Das Spielkind in uns – Wie Gamification Verhalten beeinflusst

Das Spielkind in uns – Wie Gamification Verhalten beeinflusst

Gamification ist eines der Buzz-Words, die seit einigen Jahren vermehrt aufkommen. Seit 2011 gibt es mit dem Gamification Summit eine eigene Konferenz für diesen “Trend” und die Gartner-Studie prognostiziert sogar, dass 2015 mehr als 50 Prozent aller Organisationen ihre Prozesse gamifizieren werden. Dabei ist die Idee dahinter bereits alt (vgl. hierzu das Verhaltensmodell von BJ Fogg), ebenso die Anwendungsfelder, wie z.B. Bonusprogramme – sozusagen also alter Wein in neuen Schläuchen. Dennoch soll dieser “Trend” auch hier nicht unerwähnt bleiben. Der psychologische Hintergrund und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind nämlich das Interessante daran.

Was ist Gamification?

„Jeder Mensch kann motiviert werden etwas häufiger oder auf eine bestimmte Art zu nutzen, wenn es Spaß macht!“

Gamification macht sich letztlich nichts anderes zu nutze als das Spielkind, das in uns steckt. Vielleicht habt ihr das auch bei euch schon einmal festgestellt. Wir beschäftigen uns nämlich eher mit etwas bzw. sind motivierter etwas zu tun, wenn wir es spielerisch bewältigen können. Um die Motivation der jeweiligen Nutzer also zu steigern, sich mit wenig herausfordernden oder monotonen oder zu komplexen Aufgaben auseinander zu setzen, werden spieltypische Elemente, Designprinzipien, Mechaniken und Prozesse in spielfremde Systeme integriert. Typische Elemente sind hierbei Ranglisten, Highscores oder Fortschrittsbalken. Wie Elemente der Gamification gut umgesetzt werden können, habe ich vor einiger Zeit im Artikel “Mit Verhaltenswissenschaft erfolgreich Energie sparen” aufgezeigt. Weitere Beispiele gelungener Gamification zeigt Experte Ibrahim Mazari in seinem Blog. Prinzipiell kann Gamification online und offline betrieben werden. Eine ausführliche Definition gibt es hier.

Nachfolgend noch ein klasse Video, das den Grundgedanken der Gamification schön verdeutlicht:

Video: Treppensteigen kann Spaß machen


Die richtige Umsetzung beachten

Bei allem Hype sollte aber beachtet werden, dass intrinsische Motivation weitaus wichtiger und wirksamer ist, als gamifizierte extrinsische Motivation. Jemanden nur mit Belohnung oder Bezahlung zu locken kann daher auch schnell nach hinten losgehen. Ein wirklicher Mehrwert kann letztlich nur durch die richtige Umsetzung generiert werden. Tobias Karsch nennt im Usability-Blog folgende Aspekte:

  • Die Bedienung ist intuitiv, d. h. leicht verständlich und einfach zu handhaben.
  • Das „Spiel“ darf nicht zu komplex sein, es darf nicht „in Arbeit ausarten“.
  • Es dürfen keine Informationsdefizite existieren. Informationen müssen zur richtigen Zeit angeboten werden, wo sie den Nutzer weiter involviert halten, anstatt ihn an falscher Stelle zu überfordern

 

Wer jetzt Spaß an der Thematik gefunden hat und sich weiter damit beschäftigen möchte, dem seien die nachfolgenden Quellen zum Weiterlesen/-schauen empfohlen:

 

Quelle des Artikelbildes: imagerymajestic / FreeDigitalPhotos.net

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