Selektive Wahrnehmung: Warum wir schauen ohne zu sehen

Selektive Wahrnehmung: Warum wir schauen ohne zu sehen

Ein Phänomen, das wie ich finde immer wieder verblüffend ist, ist unsere Aufmerksamkeit bzw. Wahrnehmungsfähigkeit. Das folgende Video verdeutlicht dies ganz schön.

Video: Whodunnit?

Na? Alle Veränderungen bemerkt? ;) Wahrscheinlich nicht, denn unser Gehirn hat nur eine eingeschränkte Verarbeitungskapazität und kann viele Reize einfach nicht gleichzeitig verarbeiten. Wir können Informationen daher nur beschränkt wahrnehmen und filtern meist unbewusst Informationen. Interessant ist allerdings, dass dieser Selektionsprozess einer gewissen Systematik folgt. Diese besteht im Wesentlichen darin, dass wir gerne das wahrnehmen, was unserer aktuellen Aufgabe, unserem Ziel oder unseren Bedürfnissen entspricht. Das hat im Prinzip auch sein Gutes, denn nur so können wir die tägliche Informationsflut überhaupt bewältigen und angemessen handeln. Was nicht zu einer bereits erfahrenen Situation oder zu unserer aktuellen Aufgabe passt wird eben einfach ausgeblendet.

Eines der wohl bekanntesten und interessantesten Experimente zu dieser selektiven Wahrnehmung ist das Gorilla-Experiment des amerikanischen Psychologen Dan Simons. Wer das Experiment noch nicht kennen sollte, kann es sich zusammen mit weiteren Videos zum Thema auf meinem YouTube-Kanal anschauen.

Dass wir die Welt aufgrund dessen meist auch nicht immer so sehen, wie sie ist, zeigt Dan Simons im nachfolgenden Vortrag. Das Phänomen der selektiven Wahrnehmung betrifft dabei nicht nur unsere visuelle Wahrnehmung, sondern beeinflusst auch wie wir denken, erinnern oder entscheiden.

Video: Seeing the world as it isn’t

Es lässt sich schnell feststellen, dass die Erkenntnisse zu unseren Wahrnehmungsfähigkeiten und zur Aufmerksamkeit auch eine wesentliche Rolle im Web spielen, z.B. bei der Gestaltung von Webseiten. In der Diskussion ist hier auch bereits seit einigen Jahren die sogenannte “Banner Blindness”. Mehr Informationen dazu folgen in den nächsten Tagen.

 

Zum Weiterlesen:

 

 

Quelle des Artikelbildes: Idea go / FreeDigitalPhotos.net

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