Das Auswahl-Problem oder warum mehr weniger ist

Das Auswahl-Problem oder warum mehr weniger ist

Vielfalt ist was tolles, glauben wir…wir lassen uns von der Vielfalt faszinieren und uns von einem Regal voller verschiedener Sorten Schokolade fesseln. Vielfalt kann auf jeden Fall nicht schaden, glauben wir…dachten auch jahrelang die Wirtschaftswissenschaftler: Mehr Auswahl sei nicht schlecht; unnötige Alternativen werden eben einfach ignoriert.

Doch die große Auswahl kann auch ganz schön anstrengend sein. Wer stand nicht schon einmal im Laden z.B. vor dem Duschgel-Regal und hat erst einmal 10 Minuten benötigt, um die ganzen Sorten anzuschauen, dann nochmal 10 Minuten, um sich die Flaschen anzuschauen, die für besonders geschmeidige Haut sind und nochmal 5 Minuten….Ich denke ihr wisst, was gemeint ist. Heutzutage bringt uns mehr Auswahl in unglaubliche Entscheidungsschwierigkeiten. Wir sind überfordert, aus der uns vorgelegten Vielfalt das richtige auszusuchen, haben Angst die falsche Entscheidung zu treffen und Psychologen bestätigen: Das ständige Entscheiden ist anstrengend. Mehr Auswahl macht uns nicht zufriedener. Je mehr Auswahl wir haben, desto eher trauern wir den Dingen hinterher, die wir nicht ausgewählt haben bzw. verpasst haben.

Der Psychologe Barry Schwartz nennt das “Paradox of Choice” oder um es mit den Worten des Wissenschaftsjournalisten Bas Kast zu sagen “Ich weiß nicht, was ich wollen soll”. Eine schöne Einführung in die Thematik gibt Barry Schwartz im folgenden Video.

Video: The Paradox of Choice

Die Auswirkung unseres Auswahl-Problems bzw. wie wir uns unter diesen Umständen tatsächlich entscheiden, hat Sheena Iyengar, Professorin an der Columbia Business School, untersucht. Einen Einblick in dieses Experiment und wie man Kunden die Wahl erleichtern kann, gibt sie im folgenden Video.

Video: How to make choosing easier

 

Das “Paradox of Choice” ist deshalb so interessant, weil es durchaus auch in Online-Shops auftreten kann. Durch die technischen Möglichkeiten vielleicht sogar noch stärker als im normalen Handel? Wie verhält sich der Online-Kunde, wenn er mehr/weniger Auswahl hat? Kauft er weniger, wenn er mehr Auswahl hat? Oder geht er einfach zum nächsten Online-Shop und sucht dort weiter? Mir ist jedenfalls bisher keine Studie bekannt, die das Auswahl-Problem explizit in Online-Shops oder auf gewöhnlichen Websites untersucht hat. Weitere Hinweise sind willkommen :) In diesem Zusammenhang sei auf jeden Fall auf den Beitrag von Ronald Grimminger verwiesen: Simplifize me – 3 Tipps für mehr Konversion im Warenkorb.


Und zum Weiterlesen:

 

Quelle des Artikelbildes: Ambro / FreeDigitalPhotos.net

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